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Seismologische und ingenieurseismologische Grundlagenuntersuchungen

Für die ständige Weiterentwicklung unserer seismischen Gefährdungseinschätzungen werden umfangreiche seismologische und ingenieurseismologische Grundlagenarbeiten durchgeführt. Diese dienen einerseits zur Verbesserung der Eingangsdaten, wie z.B. der Erdbebenkataloge, andererseits aber auch der Weiterentwicklung von unterschiedlichen Modellen, die das Schadenspotential von Erdbeben beschreiben.

Basis aller seismischen Gefährdungseinschätzungen für ein Gebiet ist ein vollständiger, homogener Erdbebenkatalog, der einen großen Zeitraum und das Gebiet einschließlich der Randregionen umfassen sollte. Da in der Regel die vorhandenen Kataloge diese Eigenschaften nur teilweise aufweisen, werden in unserer Sektion die vorhandenen Kataloge aufbereitet, aber auch neue, meist regionale, länderübergreifend homogenisierte Kataloge generiert.

Die Auswirkung von Erdbeben auf einen konkreten Standort hängt wesentlich von der Entfernung zum Erdbebenherd und der Dämpfung der Erdbebenwellen auf dem Weg zum Standort ab. Die Ableitung von gebietsspezifischen Dämpfungsmodellen und der Beziehungen zwischen Intensitäten und physikalischen Bodenbewegungsparametern ist u.a. ein Schwerpunkt unserer Arbeiten im Projekt SAFER.

Die unmittelbare Ursache für Erdbeben und die Ausbreitung seismischer Wellen ist die Akkumulation von tektonischen Spannungen in den spröde reagierenden Teilen der Erdkruste, hervorgerufen durch die Plattenbewegung. Die Kenntnis des rezenten Spannungsfeldes gibt damit entscheidende Hinweise auf die seismische Gefährdung eines Gebietes. Unsere Arbeiten konzentrieren sich auf das krustale Spannungsfeld in Europa.

Neben den Untersuchungen zum Spannungsfeld liefern sowohl numerische Modellierungen als auch neotektonische Untersuchungen ergänzende Informationen zum Bebengenerierungspotential von speziellen geologischen Bruchstörungen. 




Erstellt: 13.06.2008  zum Seitenanfang