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Erdbebenrisikoaussagen für Maßnahmen zum Risikomanagement
Das Erdbebenrisiko gibt die Wahrscheinlichkeit an, mit der ein erdbebenbedingter Schaden innerhalb eines vorgegeben Zeitraums (meist von Jahrzehnten) zu erwarten ist. Die Berechnung dieses Risikos erfolgt mittels intensitätsbasierter probabilistischer seismischer Gefährdungseinschätzungen und deren Verknüpfung mit verschiedenen Vulnerabilitätsmodellen.
Diese Modelle erfassen die räumliche Verteilung von Wohngebäuden unterschiedlichster Bauweise bzw. -typen sowie die Wiederherstellungskosten solcher Wohngebäude spezifiziert für kommunale Strukturen.
Im Rahmen des Deutschen Forschungsnetzes Naturkatastrophen (DFNK) wurden die Risiken durch Erdbeben, Hochwasser und Stürme für den Raum Köln untersucht.
Nach Vorliegen der DFNK-Resultate wurde unter unserer Koordination ein erster quantitativer Vergleich der verschiedenen Risiken für die Stadt Köln vorgenommen. Diese Arbeiten wurden danach in enger Zusammenarbeit mit den CEDIM-Gruppen „Hochwasser“ und „Sturm“ fortgesetzt, um die im DFNK begonnene synoptische Betrachtung von Naturrisiken weiterzuentwickeln.
Im gemeinsam von GFZ Potsdam und der Universität Karlsruhe betriebenen virtuellen
Institut CEDIM (Centre for Disaster Management and Risk Reduction Technology) wurde im Projekt „Risikokartierung Deutschland“ das Erdbebenrisiko landesweit berechnet. Verschiedene der seismisch aktivsten Zonen nördlich der Alpen befinden sich in Deutschland und im Grenzgebiet zu Deutschland. Da verschiedene dieser aktiven Seismizitätszonen eine hohe Bevölkerungsdichte und einen hohen Grad der Industrialisierung aufweisen und damit die Erdbebengefährdung mit einer hohen Konzentration von Werten zusammentrifft, ist die seismische Risikoanalyse für eine derart exponierte Infrastruktur sehr wichtig.

