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GSHAP

Global Seismic Hazard Assessment Program (GSHAP)


 

Das Global Seismic Hazard Assessment Program (GSHAP) wurde 1992 im Rahmen des International Lithosphere Program (ILP) mit Unterstützung des International Council of Scientific Unions (ICSU) initiiert und repräsentierte den Beitrag des ILP zur UNO-Dekade (1990-2000) der Reduzierung der Naturgefahren; d. h. der Internationalen Dekade der Vereinten Nationen zur Reduzierung der Auswirkungen von Naturkatastrophen (United Nations International Decade for Natural Disaster Reduction, UN/IDNDR). GSHAP_Worldmap_Movie


Online-Service zur Generierung von GSHAP-Karten und Bereitstellung von GSHAP-Daten.


 


Weltkarte der Erdbebengefährdung
© GFZ, Sektion 2.6, G. Grünthal
Weltkarte der Erdbebengefährdung

Gedruckte Karten sind leider nicht mehr verfügbar.

 

Das wesentliche Ziel von GSHAP bestand darin, eine globale Karte der Erdbebengefährdung zu berechnen, die regional harmonisiert ist und sich auf modernen Methoden der probabilistischen seismischen Gefährdungseinschätzungen (probabilistic seismic hazard assessments - PSHA) gründen sollte.

Im Rahmen von GSHAP wurden Regionalzentren eingerichtet, die für die Koordinierung und die Realisierung der vier grundlegende Arbeitsschritte moderner Gefährdungsanalysen (PSHA) verantwortlich zeichneten. Diese grundlegenden Arbeitsschritte sind:

 

  1. Schaffung eines harmonisierten Erdbebenkatalogs
  2. Charakterisierung der seismischen Quellen
  3. Ermittlung geeigneter Modelle der Amplitudenabnahme seismischer Bodenbewegungen von Starkbeben
  4. Berechnungen der seismischen Gefährdung


Die Daten der Weltkarte der Erdbebengefährdung


Die Weltkarte der Erdbebengefährdung stellt die seismische Gefährdung als Spitzenbodenbeschleunigung mit einer 10%-igen Überschreitenswahrscheinlichkeit in 50 Jahren dar. Das entspricht einer Wiederholungsperiode von 475 Jahren.

Die Zusammenstellung der Weltkarte der Erdbebengefährdung basiert auf der Integration aller Ergebnisse der GSHAP-Regionen und Testgebiete zusammengefasst zu drei größeren GSHAP-Gebieten.


 

  • Nord- und Südamerika (Shedlock & Tanner, 1999)
  • Asien, Australien und Ozeanien (Zhang et al., 1999; McCue, 1999)
  • Europa, Afrika und der Nahe Osten (Grünthal et al., 1999)


Die seismischen Gefährdungsdaten


Karten der seismischen Gefährdung zeigen das Niveau einer gewählten Bodenbeschleunigung, das wahrscheinlich in einer gegebenen Zeitspanne überschritten wird. Programme zur Gefährdungseinschätzung spezifizieren für gewöhnlich eine 10%-ige Wahrscheinlichkeit des Überschreitens (oder eine 90%-ige Nichtüberschreitenswahrscheinlichkeit) eines Bodenbewegungsparameters für eine Zeitdauer von 50 Jahren, was einer Wiederholungsperiode von 475 Jahren entspricht. Die seismischen Gefährdungsdaten beschreiben die Spitzenbodenbeschleunigung (PGA - peak ground acceleration) in ms-2.

 


Aktivitäten und Beiträge der GFZ-Sektion 2.6 zur GSHAP-Weltkarte

Die PSHA Forschungsgruppe um G. Grünthal war für die GSHAP Region 3, d.h. das Gebiet nördlich 46°N und westlich 32°E, verantwortlich. Dabei dienten die Länder Deutschland (D), Österreich (A) und die Schweiz (CH) (D-A-CH-Staaten) als Testgebiet für die GSHAP-Region 3. In der Abschlussphase des Projektes hatte die Potsdamer Gruppe zusätzlich die Aufgaben der GSHAP Regionalzentren 4, 5, and 6 übernommen.

 


GSHAP Region 3
© GFZ, Sektion 2.6, G. Grünthal
GSHAP-Regionalzentrum 3

 

GSHAP_Region_3_participating_countries_de GSHAP Region 3 Seismizitätsdatenbasis
GSHAP Regionalzentrum 3 seismische Quellregionen
Seismische Quellregionen für die GSHAP-Region 3 basierend auf seismotektonischen Kriterien und der Verteilung der Seismizität.
GSHAP Regional Centre 3 Spitzenbodenbeschleunigung
GSHAP-Karte der Spitzenbodenbeschleunigung für eine 90%-ige Nichtüberschreitenswahrscheinlichkeit in 50 Jahren (Grünthal et al., 1999a).
 GSHAP_Map_PGA_cont_color_code_de
GSHAP-Karte der Spitzenbodenbeschleunigung für eine 90%-ige Nichtüberschreitenswahrscheinlichkeit in 50 Jahren. Daten in Grünthal et al. (1999b).
 ESC SESAME

 

SESAME Karte (Jimenez, Giardini und Grünthal, 2003) der Spitzenbodenbeschleunigung für eine 90%-ige Nichtüberschreitenswahrscheinlichkeit in 50 Jahren.

  Seismische Quellregionen
 

Mittelmeerraum seismische Quellregionen
 

Seismische Quellregionen für die Gefährdungseinschätzung der GSHAP-Region 3 sowie des Mittelmeerraumes: Seismische Quellregionen des GSHAP-Regionalzentrums Potsdam (rot), des Sub-Zentrums Barcelona (blau), der italienischen Gruppe (dunkelviolett), der griechischen Gruppe (gelb), des British Geological Service Edinburgh für den Balkan (zyan) und des Kaukasus-Projektes (schwarz). Der vollständige Bericht ist unter Grünthal et al. (1999a) zu finden.

Horizontale Spitzenbodenbeschleunigung
für eine 90%-ige Nichtüberschreitenswahrscheinlichkeit in 50 Jahren

 

Mittelmeerraum Spitzenbodenbeschleunigung

 

Seismische Gefährdungskarte (90%-ige Nichtüberschreitenswahrscheinlichkeit in 50 Jahren) für den Mittelmeerraum und des nördlich angrenzenden Gebietes. Der vollständige Bericht ist unter Grünthal et al. (1999b) zu finden.

 

GSHAP Superzentrum Spitzenbodenbeschleunigung

Spitzenbodenbeschleunigungskarte für eine 90%-ige Nichtüberschreitenswahrscheinlichkeit in 50 Jahren für Europa, Afrika sowie für den Nahen und Mittleren Osten. Der vollständige Bericht ist unter Grünthal et al. (1999b) zu finden.

   

 

GSHAP-Map_Online_Service

 

GSHAP_Worldmap_Movie

 

GSHAP-Weltkarte der Erdbebengefährdung
(Giardini et al., 1999; Shedlock et al., 2000)
Weitere Details siehe www.seismo.ethz.ch/GSHAP/index.html

 


Kontakt: G. Grünthal

Referenzen und Literatur:

Giardini, D., Grünthal, G., Shedlock, K. M. and Zhang, P.: The GSHAP Global Seismic Hazard Map. In: Lee, W., Kanamori, H., Jennings, P. and Kisslinger, C. (eds.): International Handbook of Earthquake & Engineering Seismology, International Geophysics Series 81 B, Academic Press, Amsterdam, 1233-1239, 2003.

Grünthal, G.: Die Weltkarte der Erdbebengefährdung - Ergebnis des globalen Forschungsprogramms zur Abschätzung der seismischen Gefährdung (GSHAP). In: Zweijahresbericht 1998/1999, GeoForschungsZentrum Potsdam, Potsdam, 115-122, 2000.

Shedlock, K. M., Giardini, D., Grünthal, G. and Zhang, P.: The GSHAP Global Seismic Hazard Map. Seismological Research Letters 71 (6), 679-686, 2000.

Grünthal, G. and GSHAP Region 3 Working Group: Seismic hazard assessment for central, north and northwest Europe: GSHAP Region 3. Annali di Geofisica 42 (6), 999-1011, 1999a.

Dimaté, C., Drake, L., Yepez, H., Ocola, L., Rendon, H., Grünthal, G. and Giardini, D.: Seismic hazard assessment in the Northern Andes (PILOTO Project). Annali di Geofisica 42 (6), 1039-1055, 1999.

Grünthal, G., Bosse, C., Sellami, S., Mayer-Rosa, D. and Giardini, D.: Compilation of the GSHAP regional seismic hazard for Europe, Africa and the Middle East. Annali di Geofisica 42 (6), 1215-1223, 1999b.

Giardini, D., Grünthal, G., Shedlock, K. M. and Zhang, P.: The GSHAP Global Seismic Hazard Map. Annali di Geofisica 42 (6), 1225-1228, 1999.

Grünthal, G., Bosse, C., Mayer-Rosa, D., Rüttener, E., Lenhardt, W. and Melichar, P.: Across-boundaries seismic hazard maps in the GSHAP-Region 3 - case study for Austria, Germany, and Switzerland. 24th General Assembly, European Seismological Commission (Athens/Greece 1994). Proceedings, Vol. II, 1542-1548, 1995.

Grünthal, G.: The GSHAP-Regional Centre in Potsdam: progress report. 24th General Assembly, European Seismological Commission (Athens/Greece 1994). Proceedings and Activity Report 1992-1994, Vol. III, 1535-1541, 1994.

 




Letzte Änderung: 11.02.2009  zum Seitenanfang