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MEMO
Marmara See Erdbeben Modellierung
Das Magnitude 7.4 Izmit Erdbeben vom August 1999 ist das jüngste einer Erdbeben-serie, die 1939 im Osten der Türkei entlang der Nordanatolischen Verwerfung startete (Abb. 1a). Diese Erdbebenserie brachte die Plattengrenze zwischen der Anatolischen und der Eurasischen Platte sukzessiv von Ost nach West zum Versagen mit zahlreichen Starkbeben. Das nächste Erdbeben wird daher westlich von Izmit und südlich von Istanbul unter dem Marmara See erwartet (Abb. 1b). Dieses Segment stellt eine seismische Lücke dar, die seit 1766 verhakt ist und seitdem Spannungen akkumuliert.
Geodynamik des östlichen Mittelmeerraums und des Marmara-Meeres südlich von Istanbul. Blaue Pfeile zeigen die GPS-Geschwindigkeiten relativ zur Eurasischen Platte (Reilinger et al. 2006). a) Graue Pfeile zeigen die Bewegungen der tektonischen Platten relativ zur Eurasischen Platte. Die orange Linie markiert die Nordanatolische Verwerfung; die gelben Sterne zeigen die Bebenserie von 1939 bis 1999, die die Nordanatolische Verwerfung mit elf Starkbeben sukzessiv von Ost nach West zum Versagen brachte. Schwarze Linien markieren die Plattengrenzen; das rote Rechteck markiert das Modellgebiet.
Detailkarte der Marmara-Meer-Region, die das Modellgebiet mit dem komplexen Verwerfungssystem darstellt. Orange Linien und Sterne mit Jahreszahlen markieren die Abschnitte der Hauptverwerfung an der zuletzt Beben stattgefunden haben. Der zentrale Abschnitt hat sich seit 1766 verhakt.
Modellgeometrie. a) Die dunkelblaue Fläche variiert zwischen 26 km und 35 km Tiefe und markiert den Verlauf der Fläche zwischen Kruste und Mantel. Rote Flächen beschreiben das Verwerfungssystem mit Neigungen zwischen 70° und 90°. b) Die hellblaue Fläche zeigt die Oberkante des Grundgebirges in 0 bis 6 km Tiefe. c) Gelb eingefärbt ist die Sedimentfüllung der Becken mit einer Mächtigkeit von 0 bis 5 km. d) Diskretisierung mit 640 000 finiten Elementen
Kinematische Ergebnisse der Computersimulation. a) Die Geschwindigkeiten aus dem Modell mit verhakten Verwerfungen zeigen eine sehr gute Übereinstimmung mit den GPS-Geschwindigkeiten. Die simulierten Bewegungsraten der Verwerfungen weisen eine signifikante laterale Variation auf. b) Die vertikalen Bewegungsraten bilden die Beckenstruktur in der Bathymetrie hervorragend ab
Referenzen:
Hergert, T. & Heidbach, O., 2010. Slip-rate variability and distributed deformation in the Marmara Sea fault system, Nature Geoscience, 3, 132-135, doi:10.1038/NGEO739.
Hergert, T. and O. Heidbach (2011). "Geomechanical model of the Marmara Sea region - II. 3-D contemporary background stress field." Geophys. J. Int.: doi:10.1111/j.1365-1246X.2011.04992.x, 01090-01102.
Hergert, T., O. Heidbach, et al. (2011). "Geomechanical model of the Marmara Sea region - I. 3D contemporary kinematics." Geophys. J. Int. 185: doi:10.1111/j.1365-1246X.2011.04991.x, 01073-04189.

