Inhaltsbereich
Publications
Abstract (EDOC: 11448)
Recent excavations at the Eocene maar lake of Mahenge (Tanzania) by a German/Tanzanian
team produced more than 1,900 fossil vertebrate, plant and trace fossils, among which fishes
(51 %) make up the largest part, followed by plant remains (36 %). Surface outcrops of
lacustrine sediments suggest that the Eocene crater lake was about 400 m in diameter. A 3.8
meter long section of lacustrine deposits has been documented, among which are 1.1 meter of
basal lacustrine sediments that never before have been exposed. Despite intense and most
probably early diagenetic dolomitization sedimentary fabrics are well preserved. Sediments
from the central part of the basin are well-bedded and in places show a fine and distinctive
lamination. The overall sedimentation rate in the lake centre is estimated at 0.93 mm/year.
Plant fossils are characterized by an abundance of (mostly) unattached Leguminosae leaflets
representing at least eight taxa out of the total of 22-23 leaf taxa distinguished so far. The
Eocene vegetation at Mahenge obviously was structurally similar to the modern "miombo"
woodlands of Tanzania, which are also dominated by caesalpinioid legumes. Combined with
the sedimentological data, the fossil flora indicates an overall dry climate with pronounced
seasonality. The Mahenge maar lake has provided five different groups of fishes plus others
still undescribed. These comprise the oldest known cichlids which may represent an early
species flock. Ecological requirements of the extant relatives indicate redundant evidence of
the existence of a shallow water area at the lakes margins. Mammals are so far only
represented by the type specimen of Tanzanycteris mannardi Gunnell et al. (2003). T.
mannardi differs from all known comparable Eocene microbats in having a much larger
cochlear diameter relative to basicranial width. The extremely enlarged cochlea indicates that
this bat had already developed sophisticated echolocation abilities. It is possible that
Tanzanycteris represents a relatively primitive ancestral rhinolophoid but the balance of its
other character states aligns it with the middle Eocene Messel Hassianycteridae. Mahenge and
related maar lake deposits represent a rarely sampled temporal and geographical window,
which is expected to produce more significant new information about the evolution of
Paleogene ecosystems in Africa, the origin of the Malagasy biota and the origin of several
modern groups of plants and vertebrates, especially mammals. ----------------
German ----------------
Neue Ausgrabungen im eozänen Maarsee von Mahenge (Tansania) durch ein
deutsch/tansanisches Team haben mehr als 1900 fossile Vertebraten, Pflanzen und
Spurenfossilien erbracht, unter denen Fische (51 %) den größten Teil ausmachen, gefolgt von
Pflanzenresten (36 %). Aufschlüsse lakustriner Sedimente belegen, dass der eozäne Kratersee
ungefähr einen Durchmesser von 400 m hatte. Ein 3,8 m langes Profil in lakustrinen
Sedimenten wurde dokumentiert, darunter sind 1,1 m basale lakustrine Sedimente, die noch
niemals zuvor aufgeschlossen waren. Obwohl eine intensive, sehr wahrscheinlich
postdiagenetische Dolomitisierung stattgefunden hat, ist das sedimentäre Gefüge gut erhalten.
Sedimente aus dem zentralen Abschnitt des Beckens sind gut geschichtet und zeigen
stellenweise eine feine Laminierung. Die Sedimentationsrate im Seezentrum wird auf 0,93
mm/Jahr geschätzt. Unter den pflanzlichen Fossilien sind die meist isoliert gefundenen
Blattfiedern von Leguminosen am häufigsten. Sie repräsentieren mindestens acht Taxa aus
der Gesamtheit von 22-23 Blatttaxa, die bislang unterschieden werden konnten. Die eozäne
Vegetation von Mahenge war offensichtlich ähnlich strukturiert wie die modernen
Miombowälder von Tansania, die auch von caesalpinoiden Leguminosen dominiert werden.
Kombiniert mit den sedimentologischen Daten, zeigt die fossile Flora ein insgesamt trockenes
Klima mit ausgeprägter Saisonalität an. Der Kratersee von Mahenge hat fünf verschiedene
Gruppen von Fischen geliefert, sowie andere, die noch unbeschrieben sind. Die Fischfossilien
umfassen die ältesten bekannten Cichliden, bei denen es sich um einen frühen Artenschwarm
handeln könnte. Die ökologischen Anforderungen der rezenten Verwandten liefern
redundante Hinweise auf die Existenz einer Flachwasserzone an den Seerändern. Säugetiere
sind bislang nur durch das Typusexemplar von Tanzanycteris mannardi Gunnell et al. 2003
belegt. T. mannardi unterscheidet sich von allen bekannten vergleichbaren eozänen
Kleinfledermäusen durch einen im Verhältnis zur Basicranialbreite viel größeren
Durchmesser der Cochlea. Die extrem vergrößerte Cochlea belegt, dass die Fledermaus schon
die komplexe Fähigkeit der Echoorientierung entwickelt hatte. Es ist möglich, dass T.
mannardi eine relativ ursprüngliche Rhinolophide ist. Die Ausgewogenheit ihrer sonstigen
Merkmale stellen sie jedoch in eine Reihe mit den Hassianycteridae aus dem Mitteleozän von
Messel. Mahenge und assoziierte Maarseesedimente repräsentieren ein bisher selten belegtes
zeitliches und geographisches Fenster, von dem weitere bedeutsame neue Informationen zur
Evolution paläogener Ökosysteme in Afrika, dem Ursprung der Malagasi-Biota und dem
Ursprung verschiedener moderner Gruppen von Landpflanzen und Vertebraten, insbesondere
der Säugetiere, erwartet werden können.
(2006): The maar lake of Mahenge (Tanzania) - unique evidence of Eocene terrestrial environments in sub-Sahara Africa. Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften, 157, 3, 411-431(21).
(2006): The maar lake of Mahenge (Tanzania) - unique evidence of Eocene terrestrial environments in sub-Sahara Africa. Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften, 157, 3, 411-431(21).

