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Abstract (EDOC: 12967)

Die Kenntnis der Herdflächenlösungen großer Erdbeben ist eine grundlegende Größe für eine gute Gefährdungsabschätzung. Besonders für die schnelle Identifizierung einer Tsunami-Gefahr ist neben Herdlokation und Magnitude die Bewegungsrichtung der Platten eine sehr wichtige Information. Um diese Information zu erhalten, wird im Rahmen des Tsunami-Frühwarnsystems für den Indischen Ozean (GITEWS) die Automatisierung eines Momententensor-Inversionsprogramms entwickelt. Um möglichst schnell umfangreiche Informationen vom Erbebenherd vorliegen zu haben, wird ein Inversionsprogramm basierend auf einem regionalen Datensatz verwendet (Dreger, 2001). Diese Inversion im Zeitbereich verwendet die seismischen Daten von Stationen im regionalen Umfeld des betreffenden Erdbebens. Die verfügbaren Daten stammen vom GEOFON-Netz und internationalen Partnernetzwerken (GEOFON Extended Virtual Network). Die Methode wird auf alle größeren Erdbeben weltweit angewendet. Ein besonderes Interesse gilt jedoch Beben in der indonesischen Region. Die meisten Inversions-Lösungen liegen innerhalb einer halben Stunde nach der Herdzeit vor. Das Programm startet automatisch, nachdem ein großes Erdbeben im Auswertesystem SeisComP3 (Hanka et al, 2008) detektiert wurde. Daraufhin werden die Daten von den verfügbaren Stationen im Umkreis von 2000 km zusammengestellt und einer Qualitätskontrolle unterzogen. In einem ersten Schritt wird die beste Lösung für verschiedene Herdtiefen bestimmt. In einem weiteren Schritt werden verschiedene Kombinationen von Stationen getestet, um die Stabilität der Lösungen zu erhalten. Auch die manuelle Auswahl von Stationen wird von dem Programm unterstützt, um weitere Verbesserungen der Lösungen zu erzielen. Die Güte der Lösungen wird durch einen Vergleich der gut 200 Ergebnisse mit den CMT-Lösungen vom Global CMT-Projekt, von MedNet/INGV und von NIED überprüft.
Richter, G.; Hoffmann, M.; Saul, J.; Hanka, W. (2009): Schnelle Momententensor-Lösungen für große Erdbeben weltweit. 69. Jahrestagung der Deutschen Geophysikalischen Gesellschaft (Kiel 2009), 270-271.





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