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Kandidat des GFZ mit Helmholtz International Fellow Award ausgezeichnet

Professor Jérôme Gaillardet vom Institut de Physique du Globe de Paris der Université Paris Diderot erhält den „Helmholtz International Fellow Award“. Der Preis kann genutzt werden, um Kooperationen mit dem GFZ und anderen Helmholtz Einrichtungen aufzubauen.

Prof. Gaillardet ist ein weltweit führender Wissenschaftler auf dem Gebiet der chemischen und physikalischen Transportprozesse von großen Flüssen. Insbesondere befasst er sich mit den Auswirkungen, die große Flüsse wie der Amazonas, der Kongo und der Mackenzie auf die Umwelt haben als auch wie Umweltveränderungen die Eigenschaften dieser Flüsse verändern. Eine 1999 erschienene Publikation „Global Silicate weathering and CO2 consumption rates deducted from the chemistry of large rivers“, bisher fast 500 x zitiert (ein für die Geowissenschaften überragender Wert), hat erstmals die Menge an atmosphärischem Kohlendioxid, die die ständige Umwandlung von Gesteinen im Boden verbraucht, akkurat quantifiziert. Die genaue Kenntnis dieses Prozesses ist für das Verständnis der Klimaregulierung des Planeten Erde über über geologische Zeiträume unerlässlich.

In weiteren wichtigen Arbeiten habt Prof. Gaillardet ermittelt, wie die stabilen Isotope des Elements Bor benutzt werden können, um den pH-Wert der Ozeane über vergangene Klimazyklen hinweg zu rekonstruieren. Letzterer Beitrag ist für das Verständnis der Ozeanversauerung durch CO2 Emissionen von hoher Wichtigkeit.

Prof. Gaillardet hat sich auch für die globale Vernetzung hydrologisch-geochemischer-ökologischer Observatorien verdient gemacht. Zu diesen Verdiensten gehören vor allem die Koordination des „CRiTEX“ Programms, in dem französische Universitäten und Forschungseinrichtungen den Wasser- und Stoffhaushalt von Flüssen und Grundwasser in Observatorien 10 Jahre lang vermessen werden. Zudem ist Prof. Gaillardet in einem weltweiten Netz von "Critical Zone" Observatorien aktiv. Die GFZ-Sektion 3.4 partizipiert an dieser globalen Observatorienstruktur. Insbesondere die gewaltigen Sedimentströme des Amazonas Beckens sind von GFZ-Forschern in Zusammenarbeit mit französischen Observatorien quantifiziert worden. Diese Kooperation soll ausgebaut werden. Prof. Gaillardet hat deshalb auch großes Interesse an einem Forschungsaufenthalt am GFZ.

Auch eine Zusammenarbeit mit Herrn Prof. Gaillardet auf dem Gebiet des Helmholtz „TERENO“-Netzwerkes hydrologisch-ökologischer Observatorien ist denkbar.
 




Erstellt: 07.01.2013  zum Seitenanfang