Bericht | Massenbewegungen an Kliffküsten – Das Projekt Jasmund

Dr. Michael Dietze im Interview (Foto: GFZ).

Die nordostdeutsche Insel Rügen ist für ihre weißen Kreidefelsen bekannt, der Insel-Nationalpark Jasmund zieht jährlich zahlreiche Besucherinnen und Besucher an. Immer wieder gehen von den Kliffküsten der Insel Rutschungen ab, die Menschenleben gefährden und dem Land Material abringen – im Laufe eines Jahres kommt das Volumen von etwa vierzig Einfamilienhäusern zusammen. Ein besseres Verständnis der Bedingungen, unter denen es zu diesen Rutschungen kommt, kann die Sicherheit der Gäste im Nationalpark erhöhen und der Wissenschaft zu einem besseren Verständnis der natürlichen Prozesse hinter diesen Materialtransporten verhelfen. Michael Dietze, GFZ-Sektion Geomorphologie, erforscht zusammen mit seinem Team die Rutschungsprozesse an den Kreideküsten.

Das Team hat dazu im Nationalpark ein Netz aus seismischen Stationen installiert, mit denen sich auch die kleinsten Bodenbewegungen registrieren und lokalisieren lassen. So ist es möglich, genau festzustellen, zu welchen Zeitpunkten wieviel Volumen an Material von den Küsten abbricht. Meteorologische Stationen dienen dazu, die Prozesse mit den Wetterverhältnissen zusammenzubringen: Gab es im Vorfeld einer Rutschung beispielsweise starke Regenereignisse? Kristen Cook, die Drohnenpilotin des Projekts, erstellt außerdem in regelmäßigen Abständen Geländefotos per Drohnenkamera. Damit ist es möglich, in Kombination mit Bodenfotos, die Lokalisierung der Rutschungsereignisse zu überprüfen und dreidimensionale Geländemodelle zu erstellen.

Im GFZ-Film spricht Michael Dietze über das Projekt.

13.09.2017, Ariane Kujau

>>Link zum Film

>>Link zum Interview mit Drohnenpilotin Kristen Cook