Erdbeben und Tsunami in Japan, 11.03.2011

BERICHT: Persönlicher Erfahrungsbericht des GFZ-Seismologen Prof. Dr. Frederik Tilmann aus Kashiwa, Chiba District (in der Nähe von Tokio) (345 km vom Epizentrum, 60 km vom nächsten Nachbeben, ca. 120 km vom mutmaßlichen südlichen Ende der Bruchzone)

Weitere Informationen:

Der GEOFON-Erdbebeninformationsdienst des GFZ registrierte bis Ende Februar 2012 insgesamt 1538 Nachbeben des Tohoku-Erdbebens vom 11. März 2011, davon 56 mit Magnitude 6 und größer. (Abbildung: GFZ)
Mittels GPS-Messungen lässt sich die Erdbebenquelle rekonstruieren, d.h. die relative Verschiebung zwischen den Kontinentalplatten während des Bebens. Ist diese bekannt, lässt sich wiederum der vertikale Versatz am Meeresboden berechnen, der in diesem Fall auf einer Fläche von ca. 500 km Länge und 100 km Breite stattfand. Diese Anhebung des Meeresbodens von bis zu 7 Metern ist die Ursache für den Tsunami. Mit neuen japanischen Daten nach dem Beben ließ sich einen Versatz zwischen den tektonischen Platten von bis zu 60 Metern in 15 Kilometern Tiefe berechnen. (Abbildung: Andreas Hoechner, GFZ)
Die Messung an der GEOFON-Station in Indonesien. (Abbildung: GFZ)
Die GEOFON-Übersicht des Ereignisses. (Abbildung: Winfried Hanka, GFZ)
Das Slip-Modell (rechts) stellt den Versatz der oberen, eurasischen Platte relativ zur unteren, pazifischen Platte dar. Zur Berechnung wurden die Daten von mehr als 500 GPS-Stationen genommen, die in dem linken Bild durch horizontale (max. 5.24 m) und vertikale (max. 1.13 m) angegeben sind. Die Korrelation zw. den beobachteten und simulierten Deformationsdaten beträgt 99%. Laut GPS Messungen hat sich Japan bis über 4m nach Osten bewegt (die gemessene Spitze liegt sogar bei 5,20 m). Vertikal gab es hauptsächlich eine Absenkung bis zu max. 1,20 m. Die aus dem Slip-Modell abgeleitete Magnitude (Mw) des Erdbebens beträgt 8.9 und stimmt mit der seismologischen Beobachtung gut überein. Die kleinen roten Dreiecke im rechten Bild sind die Vulkane. Derzeit gibt es keine Hinweise auf gesteigerte Vulkanaktivität. Erstellt von Rongjiang Wang und Thomas Walter, GFZ unter Verwendung von NASA/JPL-Daten. (Abbildung: GFZ)
Das GEOFON-Bulletin zeigt die Lage des Epizentrums. (Abbildung: Winfried Hanka, GFZ) HIER der Link zur interaktiven Version.
Karte der Plattengrenzen (Abbildung: GFZ)
Wellenhöhen und Isochronen des Tsunamis (Honshu, Japan) (Abbildung: Andrey Babeyko, GFZ)
Animation der Verteilung und Stärke der Vor- und Nachbeben zwischen dem 08. und 16.03.2011. Der GEOFON-Erdbebeninformationsdienst des GFZ registrierte bis Ende Februar 2012 insgesamt 1538 Nachbeben des Tohoku-Erdbebens vom 11. März 2011, davon 56 mit Magnitude 6 und größer. (Abbildung: GFZ)

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