Abbildungen

System Erde - endogene und exogene Einflüsse: Unser dynamischer Planet als "System Erde" mit seinen im Erdinneren und an der Oberfläche ablaufenden Prozessen.

Innerer Aufbau der Erde:  Der heiße Erdkern besteht aus einem festen inneren ( Temperaturen bis zu 5000 °C) und einem flüssigen äußeren Kern. Darüber wölbt sich der Erdmantel (Temperatur an der Kern/Mantel-Grenze über 3000 °C). Die Erdkruste mit einer durchschnittlichen Mächtigkeit von 40 km ist die dünne äußere Haut des Planeten und unser Lebensraum. Die enorme Hitze im Erdinnern ist der Motor für die Plattentektonik und im weiteren Sinn für fast alle dynamischen Prozesse des Erdkörpers.

Tektonik und Lagerstätten: Die Karten zeigen den Zusammenhang zwischen den Grenzen der Lithosphärenplatten (mit Spreizungs- bzw. Kollisionsraten ) und der Lagerstättenbildung an den aktiven Plattenrändern. Beispiel: Die größte Kupferlagerstätte der Welt (Chuquicamata) befindet sich in den Anden. 

Plattentektonische Bewegung:  Die großen Lithosphärenplatten und ihre Bewegungsrichtungen auf Basis von 12 Jahren GPS-Messung

Rift- und Beckenbildung:  Die kontinentale Lithosphäre wird infolge der Plattendehnung ausgedünnt, es entsteht ein Graben oder Rift. Die anhaltende Ausdünnung der Lithosphäre führt schließlich dazu, dass diese auseinanderbricht. Das größer gewordene Riftbecken verändert sich zum proto-ozeanischen Rift, in dessen Achse heißes Mantelmaterial austritt. Das kann die Kontinentplatten so weit auseinander treiben, dass dazwischen ein von passiven Kontinentalrändern gesäumter Ozean entsteht.

Aufbau ozeanischer Kruste: Aus Messungen, die in allen Ozeangebieten der Erde durchgeführt wurden, ergibt sich, dass die ozeanische Erdkruste sehr einheitlich und einfach aufgebaut ist und im Prinzip aus drei horizontal aufeinanderliegenden Schichten besteht: Schicht 1 wird von Tiefseesedimenten gebildet; die darunter liegende Schicht 2, die 2 bis 3 km dick ist, besteht aus Basalten; und Schicht 3 – etwa 4 bis 5 km dick – wird aus magmatischen Gesteinen der Gabbrofamilie aufgebaut. Darunter folgt bereits der obere Erdmantel. 

Geo-Gefahren:  Die Haupt-Auftrittsgebiete von Erdbeben-, Tsunami- und Vulkangefahren

Weltkarte der Erdbebengefährdung:  Im Projekt GSHAP (Global Seismic Hazard Programme) wurde die Weltkarte der Erdbebengefährdung erstellt. Dargestellt (farbig) ist die Wahrscheinlichkeit des Überschreitens von Klassen der Horizontalbeschleunigung bei Erdbeben.

Seismische Gefährdungskarte Europa: Die Karte ist Teil der Globalen Seismischen Gefährdungskarte (Grünthal et al., 1999) und zeigt die seismische Gefährdung als Spitzenbodenbeschleunigung (PGA, ms-2) mit einer 10% Überschreitenswahrscheinlichkeit in 50 Jahren was einer Wiederkehrperiode von 475 Jahren entspricht. 

Erdbeben in Europa:  Dargestellt sind die Epizentren der katalogisierte Beben für Magnituden Mw ≥ 6  der letzten 1000 Jahre sowie Plattengrenzen (rot) und ausgewählte Bruchstörungen erster Ordnung (schwarz). Quelle GFZ-EMEC (European-Mediterranean Earthquake Catalogue for the last millennium)  

Erdbebengefährung in der Türkei:   Die kleine Anatolische Platte wird zwischen der nordwärts driftenden Arabischen Platte und der eurasischen Platte nach Westen verschoben (Seitenverschiebung). Dadurch entstehen an der Nordanatolischen Verwerfungszone Spannungen, die sich in schweren Erdbeben entladen. Im Bereich der Nordanatolischen Störung forderten allein 1999 zwei Beben mit Stärken über M = 7,5 mehr als 19.000 Todesopfer.

Erdbebenfolge Nepal 25.04. und 12.05.2015: Auf dem Poster finden Sie ausführliche Informationen zur Erdbebenfolge in Nepal (25.4. und 12.5.2015). Weitere Erdbebenposter werden auf den Seiten der Sektion 2.1 Erdbeben- und Vulkanphysik zur Verfügung gestellt.

 

Schema einer Subduktionszone:  Der über lange Zeit wirkende Spannungsaufbau (interseismisch) entlädt sich in kürzester Zeit bei Erdbeben (coseismisch).

Schnitt durch eine Subduktionszone:   Ozeanische Kruste, die schwerer ist als kontinentale Kruste, wird bei der Kollision mit einem Kontinent subduziert. Das Gestein des Ozeanbodens schmilzt aufgrund seiner Wassersättigung und bildet zum einen Magma, das z. B. in Vulkanen aufsteigt. Zum anderen entstehen Fluide, die zur Bildung großer Lagerstätten beitragen. Dieser Prozess führt z. B. zur Auffaltung der Anden und zur Bildung von Vulkanen mitten in diesem Gebirge.

Subduktionsprozess und Sumatra-Tsunami 2004:  Durch das Abtauchen der Indischen Platte unter Eurasien wurde Sumatra nach unten gebogen. Der spannungsbedingte Bruch führte zu einem ruckartigen Emporschnellen des Meeresbodens. Dieser Vertikalimpuls erzeugte den Tsunami. 

Ausbreitung und Wellenhöhen des Tsunami vom 11.03. 2011:  Diese Modellrechnung zeigt die Stärke und Ausbreitung des Tsunami, der die Sendai-Provinz und das Atomkraftwerk Fukushima traf. Tsunami wandern nahezu ungestört durch ganze Weltmeere.

Weltweit erste Fernaufzeichnung eines Erdbebens:  Dem jungen Wissenschaftler Ernst von Rebeur-Paschwitz gelang am 17. April 1889 die weltweit erste Fernaufzeichnung eines Erdbebens. Auf dem Potsdamer Telegrafenberg, dem heutigen Sitz des Deutschen GeoForschungsZentrums, registrierte er mit einer Pendelapparatur ein Erdbeben, das sich im Pazifik, nahe Japan, ereignete.

Indien/Tibet - Schnitt durch Kruste und oberen Mantel:   Hochgenaue Messungen der natürlichen Erdbebentätigkeit zeigen den Grund für die Existenz des 4 km hohen tibetanischen Hochplateaus am nördlichen Rand des Himalaya: die indische Kruste spaltet sich bei der Kollision mit Eurasien auf. Während der untere Teil in den Erdmantel abtaucht, wird der obere Krustenteil aufgeschmolzen. Tibet sinkt gewissermaßen in diese partielle Schmelze ein, bzw. schwimmt in dem viskosen Material, welches auf Grund der mangelnden Festigkeit nicht aufgefaltet wird, wie der weiter südlich gelegene Himalaya. 

Subduktion einer Kontinentalplatte

Querschnitt durch die Erdkruste und den oberen Erdmantel im Pamir. GFZ-Forscher konnten 2013 erstmals die Subduktion eines Stücks kontinentaler Platte unter eine kontinentale Platte direkt beobachten. Das Pamir-Gebirge befindet sich im nördlichsten Teil der Kollisionszone von Indien und Eurasien. An der Kollisionszone treten sowohl flache als auch tiefe  Erdbeben auf (dargestellt durch weiße Kreise).  Die tiefen Beben werden durch die Subduktion der unteren Eurasischen Kruste verusacht. Schwarze Dreiecke: Lage der Seismometerkette. (Abb.: GFZ) 

Bodentiere Bestimmungstabelle: (Grundschulbereich) In den oberen Bodenschichten leben viele verschiedene Bodentiere. Diese sind manchmal so klein, dass man sie nur mit der Lupe erkennen kann. Wichtige Identifikations- und Unterscheidungsmerkmale sind die Körperlänge und die Anzahl der Beine.
Die Bestimmungstabelle enthält 21 Tiere und ihre Unterscheidungsmerkmale (Körperlänge, Beinanzahl) und einen Maßstab im mm-Bereich. Verfügbar in den Formaten A3 und A4. Die jeweiligen Dokumente sollten wegen des Maßstabs in der Originalgröße (Tatsächliche Größe in Adobe Acrobat) gedruckt werden.

Bodentiermemory: (Grundschulbereich) Das Momory enthält 21 Tiere und ihre Unterscheidungsmerkmale (Körperlänge, Beinanzahl). Es kann als reines Bildmemory und als Bild-Text-Memory gespielt werden.

GFZ-Satelliten CHAMP, GRACE, SWARM

 

CHAMP: Der Satellit CHAMP (Challenging Minisatellite Project) maß von Mitte 2000 bis September 2010 das Erdschwere-und -magnetfeld und ermittelt globale vertikale Temperatur- und Wasserdampfverteilungen aus GPS-Radiookkultationsmessungen. CHAMP war der Gründervater einer ganzen Generation von Satelliten und Satelliten-Messverfahren. Mit seinen hochgenauen, multifunktionalen, sich ergänzenden Nutzlastelementen (Magnetometer, Akzelerometer, Sternsensor, GPS-Empfänger, Laser-Retroreflektor, Ionendriftmeter) lieferte CHAMP erstmalig gleichzeitig hochgenaue Schwere- und Magnetfeldmessungen (Bild: Astrium/GFZ)

GRACE:  Das Hauptziel der GRACE-Mission (Gravity Recovery And Climate Experiment) ist die Vermessung der Erdanziehungskraft und ihrer zeitlichen Veränderung mit bisher unerreichter Genauigkeit über einen Zeitraum von >5 Jahren. Die GRACE-Satelliten sondieren zusätzlich die Erdatmosphäre und ermitteln globale vertikale Temperatur- und Wasserdampfverteilungen aus GPS-Radiookkultationsmessungen. Das aus CHAMP- und GRACE-Daten entstandene Modell der Erdanziehung ist als Potsdamer Kartoffel berühmt geworden. Mit GRACE werden klimabedingte Massenumlagerungen (Eis, Wasser) im System Erde erfasst, z.B. die Eismassenänderung in Grönland oder der Antarktis oder die jahreszeitliche Variation der kontinentalen Wasserspeicherung (Bild: Astrium/GFZ).

SWARM: Die ESA-Satellitenmission SWARM besteht aus einer Konstellation von drei CHAMP-ähnlichen Satelliten, die in drei verschiedenen polaren Orbitbahnen die Erde zwischen 400 und 550 km umrunden. Das Hauptziel der Mission ist die Beobachtung des Erdmagnetfeldes und seiner zeitlichen Veränderung mit bisher unerreichter Genauigkeit. Aus diesen Daten können neue Schlüsse über das Erdinnere und dem erdnahen Weltraum gezogen werden. Jeder Satellit wird hochpräzise und hochaufgelöste Messungen des Betrages und der Richtung des Erdmagnetfeldes liefern. (Abb.:  ESA/AOES Medialab) 

Das unregelmäßige Feld der Anziehungskraft der Erde - Die Potsdamer Schwerekartoffel: Auf Grund der Massenunterschiede im Erdinnern ist die massenabhängige Anziehungskraft nicht überall gleich. Im Bild sind die Unregelmäßigkeiten im Schwerefeld der Erde in 15.000-facher Überhöhung dargestellt als Abweichungen vom Rotationsellipsoid. Erkennbar ist eine Absenkung des Meeresspiegels südlich von Indien. In diesem Bereich liegt der Meeresspiegel rd. 105 m unter dem Rotationsellipsoid. Die Geoid-Höhen sind über den Ozeanen von dunkelblau (-105 m) bis rot (+85 m) eingefärbt, grün/gelb markiert die Null-Linie. Zur besseren Orientierung sind die Kontinente grau dargestellt. 

Berge und Täler auf dem Meeresspiegel: Unterschiedliche Massen üben unterschiedliche Anziehungskraft aus. Auf der Geoid-Oberfläche stellen sich die Kräfte so ein, dass sie stets senkrecht zur Oberfläche wirken. So entstehen Berge und Täler auf der Meeresoberfläche. 

Geoidhöhe: Die Geoidhöhe N bezeichnet die Abweichung der Höhenbezugsfläche Normal-Null vom Rotationsellipsoid. Die Geländehöhe H ist definiert als Höhe über Normal-Null und stellt real die Höhe der Topographie über der Geoidhöhe dar. (Abb.: GFZ)

Eismassenverlust und glaziale Isostasie:  Rate der Geoidhöhenänderung über Nordamerika durch glazialisostaische Anpassung und Eismassenverluste in Grönland und Alaska, beobachtet mit GRACE zwischen August 2002 und August 2011. Die glazialisostatische Anpassung beschreibt die Deformation der Erde durch die Eispanzer der letzten Eiszeit. Heute fließt verdrängtes Mantelmaterial zurück in die Gebiete früherer Vereisung (Zunahme der Geoidhöhe; rot). Die Eismassenverluste (Abnahme der Geoidhöhe; blau) in Alaska und Grönland sind zum großen Teil eine direkte Antwort auf die rezente Erwärmung der Polargebiete. 

Glazialisostatische Anpassung:  Durch das Abschmelzen großer Eismassen wird die Lithosphäre entlastet und hebt sich. Das zähflüssige Gestein des oberen Erdmantels fließt nicht so schnell nach. Dadurch entsteht ein lokales Massendefizit.

Atmosphärensondierung mit GPS: CHAMP (2000-2010) war der erste Satellit mit operationeller GPS-Atmosphärensondierung.  Von CHAMP aus gesehen, geht immer gerade einer der 31 GPS-Satelliten hinter der Erde unter. Durch die Atmosphäre wird das Signal dieses Satelliten zu CHAMP hin gebogen. Der Brechungsindex jedes Mediums hängt ab von seiner optischen Dichte. Die Dichte der Atmosphäre wiederum hängt ab von der Temperatur und dem Wasserdampfgehalt. Aus der Brechung des GPS-Signals lässt sich das vertikale atmosphärische Profil der Temperatur und der Feuchte bestimmen. 

Messung des atmosphärischen Wasserdampfgehalts durch GPS-Radio-Okkultation: Verteilung des Wasserdampfs auf der 700 hPa-Fläche,  CHAMP-Messungen des Wasserdampfs auf der 700-hPa-Fläche (etwa 2000 m Höhe), 14. Mai - 10. Juni 2001. Maßeinheit ist g/kg. Man sieht deutlich den asiatischen Monsun, den wasserdampfreichen Gürtel entlang des Äquators (die Innertropische Konvergenzzone) und die wasserdampfärmeren Gebiete nach Norden und Süden hin. Wasserdampf als Träger latenter Wärme ist einer der Hauptakteure im Wettergeschehen. 

Das unregelmäßige Erdmagnetfeld:  

Meeresströmungen im Magnetfeld: Bewegt man eine leitende Flüssigkeit, wie zum Beispiel das Meerwasser, senkrecht zum Magnetfeld, kommt es zur Ladungstrennung und damit zu einem elektrischen Feld. Dieses Feld treibt Ströme, die wiederum ein Magnetfeld erzeugen. Allerdings werden nur schwache Felder erzeugt, die in rund 400 Kilometern lediglich etwa ein Fünfzigtausendstel des Hauptfeldes betragen. Hochgenaue physikalisch-mathematische  Verfahren machen diese schwachen Felder dennoch sichtbar:Die Gezeiten sind periodisch, und ihr zeitlicher Verlauf kann aus der Konstellation von Mond und Sonne sehr genau abgeleitet werden. Ein Vergleich der Ergebnisse mit den Vorhersagen von Gezeitenmodellen ergab eine sehr gute Übereinstimmung. Satelliten-Messungen des Magnetfeldes könnten also einen wichtigen Beitrag zum verbesserten Monitoring der Meeresströmungen weltweit leisten. In dieser Abbildung ist die Situation für den Vollmond über dem Atlantik  gestellt. 

 

Woher kommen die Gezeiten? Der Mond zieht mit seiner Masse die Erde an, die Erde wiederum den Mond. Die Anziehungskraft des Mondes sorgt dafür, dass auf den Meeren überall das Wasser vom Mond angezogen wird. Auf der mondzugewandten Erdseite haben wir dann Flut. Diese Anziehungskraft ist so stark, dass sie sich auch auf der gegenüberliegenden Seite der Erde noch bemerkbar macht. Eigentlich sollte dann dort Ebbe sein. Es gibt aber immer zwei sich gegenüberliegende Flut-Berge und Ebbe-Täler auf der Erde, denn Erde und Mond rotieren umeinander um einen gemeinsamen Drehpunkt und diese Drehung erzeugt eine Fliehkraft. Dadurch entsteht der zweite Flutberg, weil auf der mondabgewandten Seite die Fliehkraft größer ist als die Mond-Anziehungskraft. Die Erde rotiert mit ihrer täglichen Umdrehung unter diesen Bergen und Tälern durch, daher sehen wir zweimal Ebbe und Flut am Tag. Die verschieben sich aber mit der Position des Mondes. Bei Vollmond und Neumond sind die Flutberge am höchsten (Springtide), bei Halbmond am niedrigsten (Nipptide).

Entstehung der Jahreszeiten: Die Erde dreht sich um die Sonne und um sich selbst. Eine Umdrehung der Erde um sich selbst dauert einen Tag, ein Umlauf um die Sonne ein Jahr. Genau gesagt, genau: 365 Tagen, 5 Stunden, 48 Minuten und 46 Sekunden. Weil die Erdachse nicht senkrecht auf der Umlaufbahn steht, sondern um 23,5° dagegen geneigt ist, haben wir Jahreszeiten auf der Erde. Im Winter auf der Nordhalbkugel ist der Nordpol und mit ihm die ganze Nordhalbkugel von der Sonne weggeneigt. Deshalb erhält die Nordhalbkugel weniger Sonnenenergie und kühlt sich ab, es wird Winter. Auf der Südhalbkugel herrscht hingegen Sommer, weil der Südpol und die Südhalbkugel zur Sonne hingeneigt sind. Hier erhält die Südhalbkugel mehr Sonnenstrahlung: Nord-Winter ist Süd-Sommer und umgekehrt. Entsprechend  ist das mit den Übergangs-Jahreszeiten: dem Nord-Frühling entspricht der Süd-Herbst. Die Erde läuft auf einer Ellipse um die Sonne. Häufig wird deshalb vermutet, dass der Sommer dadurch entsteht, dass die Erde der Sonne am nächsten steht. Das ist aber falsch. Die geringe Schwankung des Abstands zur Sonne von 152 Millionen auf 147 Millionen Kilometer ist so gering, dass sie für die Entstehung der Jahreszeiten keine Wirkung hat. Es ist ausschließlich die geneigte Erdachse, die für Jahreszeiten sorgt.

Änderung des mittleren Meeresspiegels:   Aus 19 Jahren Radaraltimeterdaten abgeleiteter Meeresspiegeltrend (1993 bis 2012) der Missionen Topex, Jason-1 und Jason-2 in mm/Jahr (mit GIA-Korrektur). Der gemittelte globale Trend für diesen Zeitraum beträgt 3,2(+-0,6)mm/Jahr. Der Anstieg verläuft aber nicht gleichmäig. Einem Anstieg im westlichen Zentralpazifik beispielsweise steht ein Absinken des Meeresspiegels an den amerikanischen Westküsten und im Südpazifik gegenüber. 

Globaler CO2-Kreislauf:  Der geologische Kreislauf des Kohlendioxids. Die Gesteinsverwitterung bindet chemisch das CO2, das aus Vulkanen ständig entweicht. Über Flüsse gelangt es in die Ozeane, wo es in Kalkablagerungen wie Korallenriffen oder Foraminiferenschlämmen langfristig gebunden wird. Auch in Sedimenten, die reich an organischem Material sind, wird auf dem Umweg über die Photosynthese viel CO2 entsorgt.

Globaler Beryllium-Zyklus: Mit dem Isotop der Masse 9 des seltenen Elements Beryllium lässt sich die Menge an Sediment, das über Flüsse in die Ozeane eingetragen wird, bestimmen. Das sehr seltene Isotop Beryllium-10 wiederum entsteht in der Atmosphäre durch kosmische Strahlung in immer gleichen Mengen und gelangt über den Niederschlag in die Ozeane. Schwankt also das Isotopenverhältnis von 10Be zu 9Be, so liegt das nur an Änderungen des Eintrages des aus der Erosion stammenden 9Berylliums in das Sediment. Wie Messungen zeigen, hat sich das in die Eisen-Mangankrusten aller Ozeane eingebaute Verhältnis der beiden Isotope zueinander in den letzten zehn Millionen Jahren kaum geändert.

Beryllium-Nuklidbildung: Kosmische Strahlen und Produktion des Isotops Beryllium-10 in der Atmosphäre („meteorisch“) oder im Gestein („in situ“) vor dem Hintergrund des Forno-Gletschers, Schweiz (Foto: F.von Blanckenburg, GFZ). 

Der Wasserkreislauf: Wasser ist Masse und übt daher Gravitationskraft aus. Änderungen des globalen Wasserhaushalts können daher mit Satellitenmessungen (GRACE, GOCE) erfasst werden. Lokale/regionale Änderungen können mit hochpräzisen Supraleitgravimetern gemessen werden und geben so Auskunft über Änderungen des Grundwasserhaushalts.

Klima im natürlichen Archiv der See-Sedimente: Ablagerungen in den Sedimentev von Binnenseen sind natürliche Archive der Klimaentwicklung.

Mit einem Stechschwert oder einem Hohlrohr werden Sedimentproben aus dem Seeboden "gezogen". Deutlich zu erkennen ist das Streifenmuster der Ablagerungen. In diesem Streifenmuster verbirgt sich die Klima-Information. (Foto: M.Sturm, EAWG, Schweiz)

Vom Streifenmuster zur Klimainformation
Fotografie eines Bohrkerns aus einem Maarsee. Jede Schicht stellt die Ablagerungen eines Jahres dar und wird als Warve bezeichnet. Vielfach können innerhalb der einzelnen Schichten die vier Jahreszeiten unterschieden werden. Die Ablagerungen bestehen unter anderem aus Algenblüten, die charakteristisch für bestimmte Jahreszeiten sind. Unter dem Mikroskop können z. B. die verschiedenen Arten von Kieselalgen (Diatomeen) bestimmt werden. Im Idealfall lässt sich eine jahreszeitliche Auflösung der Ablagerungen über Tausende von Jahren erzielen, die ein hochgenaues Abbild der Umweltbedingungen während der Ablagerungszeit wiedergeben.

Baum-Jahrringe als natürliches Klimaarchiv:  Mikroskopische Aufnahme eines Dünnschnitts (50 µm Dicke) von einer Kiefer (Pinus strobus). Deutlich erkennbar sind Jahrringe, große Frühholzzellen und kleine Spätholzzellen, Holzdichteschwankungen und Harzkanäle als Folgen von Trockenstress.

Tiefe Biosphäre 1 - Black Smokers:  Black Smoker, schwarze Raucher,sind Kamine, die sich an heissen Tiefseequellen bilden. Sie bestehen meist aus Metallsulfiden, -oxiden und -sulfaten und wachsen dort empor, wo an aktiven ozeanischen Rückensystemen die vulkanische Aktivität an die Oberfläche kommt. Kaltes Meerwasser dringt durch Spalten in der ozeanischen Kruste kilometertief ins Erdinnere. Dabei erhitzt es sich, reagiert intensiv mit den Ozeanbodengesteinen und kehrt beladen mit vulkanischen Gasen, Schwefel und Metallen zurück nach oben an den Meeresboden, wo es mit bis zu 350 °C ausströmt. Wegen des hohen Druckes in 2000 und mehr Metern Meerestiefe kocht das Wasser nicht. Der "Rauch" besteht i.W. aus Metalloxidpartikeln, die sich bilden, wenn die heissen und sauren Fluide mit kaltem basischem und vergleichsweise sauerstoffreichem Meerwasser in Kontakt kommen. Heiße Quellen am Meerboden boten wahrscheinlich die Umweltbedingungen zur Entstehung der ersten Formen primitiven Lebens. (Black Smokers in der Tiefsee unweit der Tongainseln im Südpazifik, Foto: J. Erzinger, GFZ)

Tiefe Biosphäre 2 - Mikrobielles Leben im tieferen Untergrund:  Moderne Analyseverfahren und empfindlicheren Nachweistechniken zeigen, dass Leben offenbar noch in Tiefen von über tausend Metern zu finden ist. Der tiefste Nachweis in Meeressedimentablagerungen liegt derzeit bei etwa 1600 Metern Tiefe, in Bergwerken konnte mikrobielles Leben in Tiefen von zwei bis drei Kilometern nachgewiesen werden. Zwar ist die Anzahl der Mikroorganismen je Kubikzentimeter in der tiefen Biosphäre in der Regel weitaus geringer als in Oberflächensedimenten und Böden. Aber aufgrund ihrer weiten Verbreitung in tiefen Sedimenten und Gesteinen und des riesigen besiedelbaren Raums stößt die Biomasse der tiefen Biosphäre in Größenordnung vor, die der Oberflächenbiosphäre entspricht. Die tiefe Biosphäre muss also eine fundamentale Rolle für den globalen Kohlenstoffkreislauf über kurze und längere Zeitskalen hinweg spielen. Ihre genaue Funktion ist aber bisher noch weithin ungeklärt. 

Kohle, Erdöl, Erdgas: Der größte Teil der organischen Überreste abgestorbener
Organismen wird durch mikrobiellen Abbau wieder dem globalen Kohlen stoffkreislauf zugeführt, während der restliche Anteil in die Sedimente eingelagert wird. Dieses somit über geologische Zeiträume in die Sedimente eingebettete organische Material bildet die Grundlage für die heutigen fossilen Brennstoffe Torf, Kohle, Erdöl und Erdgas.

Hydrothermale Geothermie-Bohrung: Klassische Doublettenbohrung zur Nutzung von tiefer Erdwärme. Mit der Förderbohrung wird heisses Tiefenwasser aus der Erde gepumpt. Nach Nutzung der Wärme wird das kalte Wasser wieder in den Untergrund zurück geführt. (Abb.: GFZ)

Seismische Vorerkundung beim Tunnelbau:  Von GFZ-Forschern wurde ein neues seismisches Verfahren zur Vorrausschau entwickelt, um Überraschungen durch Störungszonen im Gestein zu vermeiden, die den Bohrbetrieb behindern oder sogar gefährden können. Dargestellt ist eine Tunnelbohrmaschine, an der im Bereich der Bohrmeißel eine Schallquelle angebracht ist. Die künstlich erzeugten Schallwellen "durchleuchten" das Gestein, weil durch die physikalischen Eigenschaften der Gesteine die sich ausbreitenden Wellen gedämpft, reflektiert und gebeugt werden. Gesteinswechsel oder Zerrüttungszonen zeigen dabei charakteristische Muster. Die Empfänger (Geophone) sitzen in den Spitzen der Gebirgsanker (im Bild rot), die ohnehin als Sicherungselemente im Tunnel eingebaut werden. 

Diese Materialien stehen für den Unterricht frei zur Verfügung, sofern die Quelle genannt bleibt.

Jede weitergehende Verwendung bedarf der Abstimmung mit dem GFZ.