Permafrost in der Arktis & Eis im Untergrund: Was passiert, wenn der Permafrost taut?

Dr. Julia Boike, Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung, Potsdam

Permafrost ist ein Ergebnis des kalten Klimas in den Polarregionen und Hochgebirgen. Fast ein Viertel des Bodens auf der Nordhalbkugel ist dauerhaft gefroren. Hier lagern Eis, Gestein, Sedimente und organische Überreste längst ausgestorbener Tiere und Pflanzen. Im Norden Sibiriens und Alaskas enthält der Untergrund oft zum Teil weit über 70 Prozent Eis. Das Bodeneismacht den Permafrost dort sehr anfällig für schnelles Auftauen, wo es einmal durch Erosion (Thermo-erosion) oder tieferes sommerliches Tauen (Thermokarst) erreicht wird. Beim Tauen senkt sich die Landoberfläche unregelmäßig ab und in der Folge ändern sich Hydrologie, Vegetation und auch biogeochemische Wechselwirkungen der tauenden Böden. Die Messung und Modellierung dieser Prozesse ist ein wichtiger Bestandteil der Forschungsarbeiten an den Permafroststandorten in der Arktis. Hauptthemen des Vortrags sind der der Wasser und Energiehaushalt und die Langzeitbeobachtungen an den Standorten in Sibirien, Spitzbergen und Kanada.