Welche Aussagekraft haben Grundwassermodelle?

Prof. Michael Kühn, Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ, Sektion 3.4 Fluidsystemmodellierung

Zum Verständnis und zur Beschreibung eines hydrogeologischen Systems bedarf es immer einer Modellvorstellung. Die ausschließliche Betrachtung gemessener Punktwerte (geologisch, hydraulisch, chemisch, thermisch, etc.) ist oft nicht ausreichend. Informationen oder Annahmen über das betrachtete System und seine Eigenschaften zwischen den Messpunkten sind stets notwendig. Darüber hinaus können sich verschiedene Einflüsse in der Hydrogeologie überlagern. Modellvorstellungen sind daher nur bedingt aus den Daten ableitbar. Vielmehr müssen plausible Arbeitshypothesen aufgestellt und die möglichen Interpretationsansätze anhand gemessener Größen und Vorwissen auf ihre Richtigkeit und Konsistenz untersucht werden. Die Evaluierung der Hypothesen erfolgt in einem anschließenden Prüfschritt durch mathematische Verfahren und numerische Grundwassermodelle. In einem iterativen Verfahren werden (Information-Annahme-Prüfschritt) die hydrogeologischen Modellvorstellungen eines Systems sukzessive verbessert.