Besser, aber noch nicht gut – der Zustand der Seen in Brandenburg

Prof. Brigitte Nixdorf und Dr. Jacqueline Rücker, Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg, FG Gewässerschutz

Wann ist ein See gut, wann ist er schlecht? Die EG-Wasserrahmenrichtlinie ist ein ökologisch ausgerichtetes Bewertungsverfahren für Binnengewässer, zu denen auch natürliche und künstliche Seen gehören. Berlin/Brandenburg ist eine der gewässerreichsten Regionen Deutschlands, in der über 80 % der Seen bislang nicht den guten ökologischen Zustand nach Wasserrahmenrichtlinie erreichen. Bewertungsverfahren für Seen werden vorgestellt und die Ergebnisse am Beispiel von 183 natürlichen Seen in Brandenburg verglichen. Für zwei Seen der Scharmützelseeregion wird gezeigt, dass es seit 1994 Verbesserungen der Gewässergüte gab. Der Vergleich mit Zielwerten für Nährstoffkonzentrationen zeigt, dass die Nährstoffbelastungen noch zu hoch sind. Das betrifft hauptsächlich Phosphor und Stickstoff aus der Landwirtschaft. In der Brandenburger und Sächsischen Lausitz entstehen derzeit zahlreiche künstliche Tagebauseen, von denen etwa die Hälfte eine starke Versauerung aufweist. Wie sich diese Gewässerbelastung auf das ökologische Potenzial dieser Seen auswirkt und die touristische und fischereiliche Nutzung beeinflussen, wird an Beispielen demonstriert.