Bedeutung der Wasserressourcen in Zentralasien in der Vergangenheit und Heute - Perspektiven für die Zukunft?

Dr. Abror Gafurov, Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ, Sektion 5.4 Hydrologie

Rund 60 Millionen Menschen in Zentralasien sind abhängig von Wasserressourcen, die hauptsächlich als Schnee- und Gletscherschmelze in den Tianshan- und Pamir Gebirgen entstehen. Diese werden vor allem für die landwirtschaftliche Produktion im Sommer aufgrund des ariden und semi-ariden Klimas, aber auch für die Energieproduktion im Winter verwendet. Während der Zugehörigkeit zur Sowjetunion wurden die Wasserressourcen in Zentralasien zentral verwaltet, um die Nachfrage der beiden Sektoren, der landwirtschaftlichen Produktion als auch der Energieproduktion, zu erfüllen. Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion nutzen die verschiedenen zentralasiatischen Staaten die Wasserressourcen für ihre eigenen Interessen. Hierfür ist ein zielführendes Management der Wasserverteilung für die einzelnen Staaten notwendig. Dies erfordert eine rechtzeitige Vorhersage der Wasserressourcen im Frühjahr, um Verteilung der Wasserressourcen zwischen den Staaten zu koordinieren. Darüber hinaus ist zu berücksichtigen, dass der Klimawandel in der Region das hydrologische Regime beeinflusst wird und das in Zukunft Anpassungsmaßnahmen erforderlich sein werden.