Bericht | Von der Atmosphäre zum Weltraumwetter – Mehr Austausch für mehr Erkenntnis

Workshopteilnehmende auf dem Telegrafenberg in Potsdam (Foto: GFZ).

Neue Erkenntnisse in der Geoforschung kommen oftmals zustande, wenn verschiedene Disziplinen ihre Ergebnisse zusammenbringen. Die Atmosphäre und der Übergang von der Atmosphäre in den Weltraum sind Bereiche, in denen sehr viele Disziplinen forschen, von der Fernerkundung über die Magnetosphärenphysik bis hin zur Meteorologie. Gerade hier kann der Austausch zwischen den Disziplinen zu einem besseren Verständnis der Prozesse führen.

Der Workshop "Von der Atmosphäre zum Weltraumwetter", kürzlich am GFZ innerhalb des Helmholtz-Forschungsschwerpunkts „Geosystem: Die Erde im Wandel“ organisiert, sollte genau diesem Zweck dienen. Die Teilnehmenden diskutierten Fragen wie die, ob die Teilchenstreuung aus dem Weltraum die elektrische Leitfähigkeit der oberen Atmosphärenschichten beeinflusst. Für die Teilchenstreuung interessiert sich die Magnetosphärenphysik, für die Leitfähighkeit die Ionosphärenphysik. Etwa 60 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den verschiedenen GFZ-Sektionen und Vertreterinnen und Vertreter vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und dem Deutschen Weltraumlagezentrum der Bundeswehr, tauschten sich über die oft gekoppelten Naturprozesse aus, die die Dynamik in oberer Atmosphäre und Weltraum bestimmen.

Einig war man sich, dass die vordringlichste Aufgabe der Wissenschafts-Community darin bestehe, die Sensibilisierung für das Thema „Weltraumwetter“ in der Öffentlichkeit zu erhöhen. Als Weltraumwetter werden Vorgänge im Übergangsbereich zwischen Atmosphäre und Weltraum bezeichnet, die hauptsächlich durch kosmische Strahlung und Sonnenwinde und deren Interaktion mit dem Erdmagnetfeld hervorgerufen werden. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen für die Zukunft einen bundesweiten Aktionsplan entwickeln und eine Reihe von Outreach-Aktivitäten zum Thema durchführen. Dabei soll es vor allem um die Risikoabschätzung und Risikominderung kritischer Phänomene des Weltraumwetters für Infrastrukturen gehen, auf die die moderne Gesellschaft angewiesen ist: Stromnetze, Navigationsinfrastrukturen, Flugverkehr und Satelliten. Auf wissenschaftlicher Ebene sollen aus dem Treffen Arbeitsverbindungen hervorgehen, die ein besseres Verständnis der Systeme Atmosphäre, Ionosphäre, Plasmasphäre und Magnetosphäre ermöglichen.

30.06.2017, Ariane Kujau

Workshop-Agenda und Vorträge sind abrufbar unter ftp://ftp.gfz-potsdam.de/pub/home/kg/exchange/pt1mai2017/