Sektion 5.1 Geomorphologie

Als interaktive Schnittstelle zwischen Atmosphäre, Biosphäre, Hydrosphäre, Anthroposphäre und Lithosphäre ist die Pedosphäre als Haut der Erde eine existenzielle Grundlage für den human habitat. Wie die menschliche Haut nur als komplexes Körperorgan zu verstehen ist, muss auch die Erdoberfläche als Haut des Gesamtsystems verstanden werden. Vielfältige Prozesse und Wechselwirkungen prägen die Erdoberfläche. Böden sind der wichtigste Teil des menschlichen Lebensraums, zugleich schränkt der Mensch die wichtigsten Bodenfunktionen durch Nutzung weltweit ein. Im internationalen Maßstab nimmt eine Übernutzung und die damit einhergehende Degradation der Ressource Boden zu. Die Bildung von Böden ist so alt wie die Erdgeschichte, zugleich aber sind devastierte und erodierte Böden in menschlichen Zeitmassstäben nicht erneuerbar.

Unsere Wissenschaftler befassen sich mit der vertieften Erforschung von Grundlagenfragen:

  • Wie entstehen die Böden aus dem geologischen Ausgangsmaterial?
  • Welche Eigenschaften und Potentiale weisen sie auf?
  • Wie nutzen sie sich ab?
  • Welche Wirkungsbezüge bestehen an den wichtigen Schnittstellen der Erdoberfläche (critical zone) zur Lithosphäre, Biosphäre, Hydrosphäre und Atmosphäre?

Das Forschungsgebiet umfasst Fächer wie Bodenphysik und Hydrologie, Bodenmechanik, Bodenchemie, Geomorphologie und Geobiologie. Neue methodische und analytische Ansätze, wie z.B. die Isotopenanalytik, nicht-destruktive und bildgebende Verfahren zur Strukturerkennung sowie innovative Modellierungsansätze werden hier verfolgt. In Global Change Observatorien analysieren wir die Rolle und die Veränderung der Pedosphäre an wichtigen Orten unseres Planeten. Höchst unterschiedliche Zeit- und Raummassstäbe, vom Laborexperiment bis zur flächenhaften Erfassung von Bodenlandschaften und Modellierung, stellen große Ansprüche an Gelände-, Labor- und Rechentechnik.