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Schweres Erdbeben erschüttert Mexiko (German only)

20.09.2017: Am Dienstag, 19. September 2017, um 20:14 Uhr (MESZ) hat sich ein schweres Erdbeben in Mexiko ereignet. Das Epizentrum lag südwestlich von Mexiko-Stadt. Eine Auswertung der Daten des seismologischen Messnetzes GEOFON ergab eine Magnitude von 7,1, der Bebenherd lag in 56 Kilometern Tiefe. Ursache für das Erdbeben ist die Plattentektonik: Die Cocos-Platte taucht dort unter die Nordamerikanische Platte ab. Diese Bewegung erfolgt mit durchschnittlich 6 Zentimetern pro Jahr, allerdings nicht gleichmäßig. Immer wieder verhaken und verbiegen sich die beiden Platten. Dadurch wird die Spannung an der Front und in der abtauchenden Platte immer größer – bis das Gestein plötzlich reißt und die aufgestaute Spannung bei einem Erdbeben freigesetzt wird.

Das Besondere im Bereich des Erdbebens ist die Geometrie der subduzierten Platte, die sich über etwa 250 km etwa horizontal unter Zentral-Mexiko schiebt“, erläutert Torsten Dahm, Leiter der GFZ-Sektion Erdbeben- und Vulkanphysik. „In diesem Abschnitt treten immer wieder auch Erdbeben innerhalb der subduzierten Platte auf, die vermutlich durch Biegespannungen hervorgerufen werden.“ Das aktuelle Beben deute aufgrund seiner Lage und Tiefe sowie des Mechanismus - Fachleute sprechen von einer Abschiebung - auf eine solche Ursache hin.

Das jetzige Erdbeben ereignete sich auf den Tag genau 32 Jahre nach einem verheerenden Magnitude 8,0-Beben, das am 19. September 1985 Mexiko erschütterte. Rund 10.000 Menschen starben damals.

Auch das aktuelle Ereignis hat zu schlimmen Schäden geführt. Zahlreiche Gebäude sind eingestürzt. Bisher haben die Behörden mehr als 220 Tote gemeldet, die Zahl könnte weiter steigen. Die Fachleute rechnen mit zahlreichen Nachbeben, was die Rettungsarbeiten erschwert.

Ob es einen Zusammenhang mit dem Magnitude 8,1-Beben vom 8. September 2017 vor der Pazifikküste Mexikos gibt, ist derzeit noch nicht geklärt. „Die beiden Erdbebenherde sind zu weit voneinander entfernt, als dass man von einem Nachbeben sprechen kann“, sagt Dahm. „Es ist allerdings nicht ausgeschlossen, dass das Beben vom 8. September das jetzige getriggert hat.“ Damit bezeichnen Fachleute die Umverteilung von Spannung innerhalb der Erdkruste. Sie kann zu Erdbeben auch in größerer Entfernung führen. (rn)

Korrektur um 10:45

>>Weitere Informationen des seismischen Netzwerks GEOFON

Informationen des seismischen Netzwerks GEOFON, topographic view, Tiles ESRI.
Informationen des seismischen Netzwerks GEOFON, Satellite view, Tiles ESRI.
Plattenbewegungen am mittelamerikanischen Kontinent (Grafik: O. Heidbach, GFZ).
 

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