Datensysteme

Hochgenaue Messungen der wichtigsten geowissenschaftlichen Größen und Eigenschaften auf allen Raum- und Zeitskalen sowie kontinuierliches Monitoring von Veränderungen im Erdsystem sind essenziell für das Verständnis seiner Dynamik, der Potenzialfelder und von Prozessen an der Erdoberfläche.

Diese Messungen sind entscheidende Eingangsgrößen, um Naturgefahren und den globalen Wandel zu erforschen und wissenschaftliche Grundlagen für zielgerichtete Anpassungsmaßnahmen bereitzustellen. Die Modular Earth Science Infrastructure MESI integriert einen Großteil der Datensysteme, die das GFZ zu diesem Zweck unterhält oder an denen es beteiligt ist.


GNSS-Daten

Das das GFZ betreibt ein Analysezentrum des “International GNSS Service (IGS)”. Die erzeugten Daten eines global verteilten Netzes von mehr als 200 Stationen bilden die Basis für alle Geo-Referenzierungen, für die Überwachung von tektonischen Bewegungen (einschließlich Meeresspiegeländerungen), die Erfassung des Erdrotationsparameters (ERPs) und das Atmosphären-Monitoring. Derzeit werden die Navigationssysteme GPS, GLONASS und Galileo in die Analysen einbezogen.

Schwerefelddaten

Das Internationale Zentrum für Globale Erdmodelle, ICGEM macht alle globalen Schwerefeldmodelle der Erde, sowohl die historischen als auch die neuesten, allgemein zugänglich. Die Modelle werden in einem standardisierten Format bereitgestellt und können per interaktivem Visualisierungstool sowie in einem speziellen Service zur Berechnung verschiedener Funktionale des Schwerefeldes genutzt werden.

Geomagnetische Observatoriumsdaten

Das GFZ betreibt und unterstützt geomagnetische Observatorien weltweit und liefert damit einzigartige und wichtige Daten für die Erforschung des Erdinneren und des erdnahen Weltraums, sowie für die Navigation, die Rohstoffsuche und die Überwachung des Weltraumwetters.

Magnetotellurik-Daten

Das GFZ betreibt eine Magnetotellurik-Referenzstation. Magnetotellurik-Daten [tellurisch: 'die Erde betreffend'] dienen der geophysikalischen Erkundung des Erdinneren: Zeitlich variierende Magnetfelder erzeugen in leitfähigen Strukturen in der Tiefe elektrische Ströme, deren Messung an der Erdoberfläche Aussagen über den Aufbau der Erdkruste erlaubt. Die Referenzstation liegt in einem Gebiet, das nur wenig von künstlich erzeugten Störsignalen beeinflusst ist. Die hier erhobenen Daten dienen zur Verbesserung lokal gewonnener Daten an stärker gestörten Standorten. Die Zeitreihen stehen ab dem Jahr 2011 zur Verfügung.

Erdsystemparameter und Bahndynamik

Das GFZ betreibt ein Analysezentrum des „International Laser Ranging Service“ (ILRS). Hier werden bspw. tägliche  Daten für den „International Earth Rotation and reference systems Service“ (IERS) bereitgestellt. 

Satellitendaten

Das GFZ analysiert Daten zahlreicher Satellitenmissionen, die die geometrische oder physikalische Figur der Erde oder deren Magnetfeld beschreiben. Daten der Satellitenmissionen CHAMP und GRACE werden im Information System and Data Center (ISDC) des GFZ langzeitarchiviert.

Seismologische Daten

Das globale seismische Netzwerk GEOFON stellt seismische Daten und Erdbebenparameter bereit. Es betreibt ein Datenzentrum und -archiv, das Echtzeitdatenströme der GEOFON-Stationen sowie vieler Partnernetze und Plattenrand-Observatorien erfasst und verteilt. Es archiviert und verteilt außerdem Daten temporärer Experimente und fungiert als permanentes Archiv für den Geophysikalischen Instrumentenpool Potsdam (GIPP).

Geophysikalische Experimentdaten

Das GIPP Experiment- und Daten-Archiv ist eine Plattform zur langfristigen Archivierung und Bereitstellung geophysikalischer Experimentdaten. Es enthält Metadaten u.a. vom Geophysikalischen Gerätepool Potsdam (GIPP) sowie Daten aktiver seismischer und magnetotellurischer Feldmessungen.

KP-Index: Aktueller geomagnetischer Aktivitätsindex

Der planetarische 3-stunden Kp-Index wurde als Maß für die magnetischen Effekte solarer Teichenstrahlung entwickelt. Er ist abgeleitet vom standardisierten K-Index (Ks) aus 13 magnetischen Observatorien. Die geomagnetischen Indizes ap, Ap, Cp und C9, sowie die Klassifikation der internationalen Q-days (Tage mit niedriger geomagnetischen Aktivität) und D-days (Tage mit hoher geomagnetischer Aktivität) sind vom Kp-Index abgeleitet.

Deklinationsdaten (Kompassmissweisung)

Mit dem IGRF-Deklinationsrechner lässt sich die Deklination (Kompassmissweisung) für jeden Punkt der Erde für die Jahre 1900 bis 2020 bestimmen, von ausreichender Genauigkeit für die Navigation mit dem Magnetkompass. Der Deklinationsrechner gibt neben der Deklination in Grad (°) und Winkelminuten (') auch die Stärke (Totalintensität), die Inklination und weitere für die Beschreibung des Erdmagnetfelds gebräuchliche Komponenten aus. 

Archäomagnetische und paläomagnetische Lava- und Sedimentdaten

Die Datenbank GEOMAGIA50 bietet archäomagnetische Daten und paläomagnetische Lava- und Sedimentdaten. Die Datenbank ist in internationaler Zusammenarbeit entstanden und bietet einen einfachen Zugang zu entsprechenden publizierten Daten sowie Datierungsinformation der letzten 50.000 Jahre.


Kartendarstellungen und -daten

World Stress Map - Weltkarte tektonischer Spannungen

Die Weltkarte der tektonischen Spannungen WSM ist eine globale Datenbank von Informationen zum gegenwärtigen Spannungsfeld der Erdkruste. Die aktuelle WSM Datenbank Version 2008 enthält 21.750 Spannungs-Datensätze. Sie ist frei zugänglich über die WSM-Webseite.

Erdbebenkatalog für Europa und den Mittelmeerraum

Der EMEC-Erdbebenkatalog (European-Mediterranean Earthquake Catalogue EMEC) umfasst Daten von circa 45.000 Erdbeben für Europa und den Mittelmeerraum im Zeitraum der Jahre 1000 bis 2006. Die Stärkeangaben zu den Erdbeben liegen in harmonisierten Momentmagnituden vor. Über den EMEC Earthquake Catalogue Web Service werden die entsprechende Veröffentlichung und die Daten in nutzerdefinierten Gebietsausschnitten und Zeitfenstern bereitgestellt.

Erdbebenzonenkarte für Deutschland

Die Karte der Erdbebenzonen in Deutschland im Maßstab von circa 1:4.500.000 (DIN EN 1998-1/NA:2011-01) stellt in einzelnen Gebieten, insbesondere an den Grenzen des bundesweiten Anwendungsbereiches, eine Vereinfachung gegenüber der am GFZ berechneten Ausgangskarte dar. Die hier bereitgestellte Zuordnung von Orten zu Erdbebenzonen basiert auf der berechneten Ausgangskarte und hat informativen Charakter.

Säkularpunktkarten für Deutschland - Deklination, Inklination, Feldstärke

Säkularpunktmessungen zur Erstellung geomagnetischer Karten von Deutschland wurden in der Vergangenheit gemeinsam von den drei deutschen Observatorien Niemegk, Wingst (beide GFZ) und Fürstenfeldbruck (Ludwig-Maximilians-Universität München) durchgeführt. Gemessen wurden Deklination, Inklination und Feldstärke.

Teil der: